Das bin ich
Mit 13 Jahren habe ich meine erste große Leidenschaft entdeckt:
das Theater.
Hier durfte ich in andere Leben eintauchen, fremde Welten spüren und Gefühle ausdrücken – laut, leise, wild, zart. Auf der Bühne habe ich etwas sehr Grundlegendes gelernt: Gefühle sind nicht zu viel. Sie sind willkommen. Sie wollen gesehen werden. Sie wollen uns etwas erzählen.
Dieser Gedanke wird mich später noch begleiten.
Ich wurde Diplom-Schauspielerin und arbeitete am Theater, im Präventionstheater für Kinder und Jugendliche und leitete verschiedene theaterpädagogische Projekte. Ich habe Geschichten erzählt – und vor allem Menschen verstanden. Habe gelernt, zwischen den Zeilen zu fühlen, mich einzufühlen, da zu sein.
Und dann kam das Leben dazwischen. Oder vielleicht eher:
das Leben wurde klarer.

Ich geriet in eine Krise, fühlte mich orientierungslos. Das Künstlerleben passte plötzlich nicht mehr zu meinem Wunsch nach Familie, nach Verwurzelung, nach einem „Zuhause“. Also begann ich noch einmal neu und fing an Psychologie zu studieren – dort fand ich eine tiefe Begeisterung für die Entwicklungspsychologie: dafür, wie wir Menschen werden, wer wir sind, und was wir dafür brauchen.
Ich durfte Einblicke gewinnen in der Fakultät für Gesundheitspsychologie an der Fernuni Hagen, sowie in einer Praxis für Familienrechtspsychologie und arbeitete in der Forschung am LWL-Klinikum. Parallel habe ich viele Jahre in einer stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung gearbeitet – meist im Hintergrund, mit den Fachkräften. Dort ging es um Qualität, um genaues Hinschauen, um das, was oft unsichtbar bleibt. Auch das hat meinen Blick geschärft: für Systeme, für Brüche, für das, was Familien und Fachkräfte tragen müssen – und was manchmal fehlt.
Mit 33 wurde ich das erste Mal Mutter.
Nichts hat mich so sehr berührt, verändert – und gleichzeitig so verunsichert.
Neben all der überwältigenden Liebe war da plötzlich eine tiefe Einsamkeit. Zweifel. Die große Frage:
Wie möchte ich eigentlich Mutter sein?
Ich wusste, was ich nicht wollte. Aber ich wusste nicht, wie es stattdessen gehen kann. Es fehlten Vorbilder.
Es fehlte ein Dorf.
Ich suchte. Las. Lernte. Besuchte Seminare. Gleichzeitig bekam ich Gegenwind – von allen Seiten.
Von außen wurde es laut. Und in mir wurde es leise.
Was mir gefehlt hat, war jemand, der bleibt. Der zuhört. Der nicht bewertet. Der mich bestärkt und darin unterstützt, meinen eigenen Weg zu finden.
In dieser Zeit wurde mir klar, wohin mein Weg mich führt.
Ich begann die Ausbildung zur bindungsorientierten Elternberaterin (Abschluss August 2026).
Und plötzlich fügte sich alles zusammen: meine tiefe Verbindung zu Gefühlen, meine psychologischen Kenntnisse, meine eigene Erfahrung als Mutter – und mein Wunsch, für andere da zu sein.
Heute gehe ich meinen Weg mit meinem „Bindungsdorf“.
Ein Ort, der tragen darf.
Ein Raum, in dem du nicht allein bist.
Ein Gegenüber, das dich sieht.
Ich möchte dir die Begleitung sein, die ich mir selbst so sehr gewünscht hätte.
Nicht, um dir zu sagen, wie es „richtig“ geht – sondern um gemeinsam mit dir deinen Weg zu entdecken.
In deinem Tempo.
Mit deinen Gefühlen.
Und mit dem Vertrauen, dass du bereits alles in dir trägst.
